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Zu aller erst sei gesagt: der Golden Retriever ist ein
Jagdhund, mit angezüchteter Passion für das nasse Element und großem
Bringtrieb (to retrieve = zurück bringen)! Das scheinen sehr viele zu
vergessen, ja, manche wissen es noch nicht einmal und reagieren ganz
erstaunt, wenn man ihnen erklärt, warum ein Golden z.B. so wasserfanatisch
ist und in jede Pfütze springt. Die Rasse "Familienhund" gibt es nicht!
Der Golden Retriever wurde gerade wegen seiner wundervollen Eigenschaften,
die ihn als Jagdbegleiter für das Apportieren von Niederwild nach dem
Schuss auszeichnen, seiner Steadyness (Standruhe), seines angeborenen "Will-to-Please"
(der Wille mit seinem Herrn zusammen zu arbeiten, zu gefallen), seiner
Freundlichkeit, Neugier, Sanftheit, großen Lernbereitschaft und nicht
zuletzt wegen seiner harmonischen, kraftvollen, symmetrischen, Vertrauen
erweckenden äußeren Erscheinung mit dem goldenen dichten Fell mit der
attraktiven Befederung und dem sanften Ausdruck zu dem begehrten
"Familienhund", als der er heute allgemein gilt. Und genau dort gehört ein
Golden hin: in die Familie - nicht abgeschieden in einen Zwinger!
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Klein-Payton mit Tante Loona beim
gemeinsamen Zerrspiel um einen alten Socken, Foto: Claudia Borchert
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Ein Golden Retriever ist keinesfalls als zierendes Beiwerk
des schönen Eigenheims, des großen Gartens, der Shopping-Tour in der City
oder des schicken Sportwagens zu sehen! Wer meint mit dem Golden Retriever
- bestückt mit Designer-Halsband und besticktem Tüchlein - als Begleiter
"up to date" zu sein, sollte sich vielleicht lieber nach einem Plüschtier
umschauen.
Ich wünsche mir, dass meine Welpen art- und rassegerecht
beschäftigt werden, dass sie nicht nur mit "gassi gehen" abgespeist
werden, sondern auch geistig gefördert und gefordert werden. Das muss
nicht unbedingt die Dummyarbeit sein,
obwohl dies dem Golden sicherlich die meiste Freude macht, man sieht, wie
er aufblüht wenn er in seinem Element ist: dem Finden und Bringen an Land
und im Wasser! Doch dem Golden Retriever machen auch Beschäftigungen wie
Agility, Dogdancing, Fährtenarbeit, Suchspiele, Flyball oder einfach das
Erlernen von Kunststücken viel Spaß und besonders schön ist es, wenn man
den Golden dazu anhält im Haushalt zu helfen :-) Die (dreckige!) Wäsche
holen, den Lappen aufheben der beim Fensterputzen herunter gefallen ist
während man auf der Trittleiter steht, den Einkauf mit vom Kofferraum zur
Haustür transportieren in dem er z.B. das Netz mit den Apfelsinen tragen
darf oder die Packung Cornflakes... oder man bringt ihm bei Ihnen nach dem
Fressen seinen leeren Napf zu bringen, damit Sie ihn ausspülen können...
all das ist "Arbeit" für den Hund und er freut sich, etwas tun zu dürfen.
Ebenso würde ich mich freuen, wenn Interesse besteht, die ein oder andere
Ausstellung zu besuchen, auch dafür muss der Hund das konzentrierte
"Schön-Stehen" und das Sich-Anfassen-Lassen gelernt haben und tolerieren,
dabei ruhig bleiben, auch wenn noch so viele potenzielle Spielkameraden um
einen herum stehen. Sehr stolz auf meine Nachzucht und natürlich auch auf
meine Welpenkäufer bin ich sicherlich, wenn die ein oder andere Prüfung
abgelegt wird, sei es eine Begleithundeprüfung, eine Dummyprüfung oder
sogar eine jagdliche Püfung!
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Loona´s Papa Kiki beim Richten im
Ausstellungsring, Foto: Claudia Borchert |
Eine besonders ehrwürdige Aufgabe ist es wenn ein Golden Retriever zum Rettungshund, Therapie-Hund oder Service-Hund ausgebildet
wird, Voraussetzung ist allerdings hier, dass der Hundeführer für solche
sehr zeitintensiven, ernsthaften Aufgaben ebenfalls geboren sein muss,
voll hinter der Arbeit stehen muss.
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Golden Retriever bei der Wasserrettungsarbeit,
Foto: Claudia Borchert |
Das Beste, was einem Golden
sicherlich passieren kann, ist im jagdlichen Einsatz zu stehen.
Dort vernünftig, sachkundig, freudig, konsequent und mit
Einfühlungsvermögen ausgebildet und nicht mit der Par-Force Methode wie
sie leider auch heute noch in vielen Jagdhundekursen praktiziert, zeigt
er vor allem bei der Niederwildjagd, was in ihm steckt, wo sein Urprung
liegt, wofür er gezüchtet wurde!
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Jagliche Arbeit: Loona bringt ein Kaninchen,
Foto: Sebastian Gerling |
Generell ist mir der oft verlangte "große Garten" nicht so
wichtig. Ein großer Garten macht oft faul. Terrassentür auf und fertig. Im
Garten kann er ja toben... Womit? Alleine? Oft suchen sich die Hunde dann
eine Ersatzbeschäftigung, wie z.B. Passanten ankläffen oder nach
imaginären Mäusen buddeln. Hund hat ja sonst nichts zu tun im Garten, den
er in- und auswendig kennt. Hat man nicht den Luxus eines (großen) Gartens,
muss man raus, bei jedem Wetter.
Ich
gebe meine Welpen nur an Menschen ab, die sich mit Hundehaltung im
Allgemeinen und mit der Rasse
Golden Retriever im Besonderen
auseinander gesetzt haben und sich der art- und rassegerechten Haltung und
Beschäftigung eines Goldens bewusst sind, denn
ein Golden ist kein Hund, der sich mit täglich 15 Minuten Gassi gehen zufrieden
gibt!
Ich wünsche mir, dass meine Welpen fröhliche,
extrovertierte, ausgeglichene, mit Liebe, Einfühlungsvermögen,
Sachverstand und Konsequenz erzogene, aktiv eingebundene Familienmitglieder werden,
die ihre angeborenen Anlagen ausleben können und ich bemühe mich den Grundstein dafür in ihren ersten acht Lebenswochen
zu legen.
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